(Deutsch) Umzugsvorbereitungen

“Hervorragend!” jubelte die dürre, grünhäutige Gestalt mit dem angefressenen Ohr, als ich ihm meine Absichten bestätigte. “Einen besseren Platz gibt es in der ganzen Stadt nicht. Jedenfalls nicht für diesen Preis.”

Ich lehnte mich erleichtert gegen die kalte Wand, wohl wissend, dass der Stadtverwalter keine nennenswerten Probleme machen würde, wenn ich ihm einen akzeptablen Nachmieter liefern könnte. Ob dieser Goblin in seinen Augen als akzeptabel durchgehen würde, war die andere Frage. Aber die Schwindler von Kokelwälder wurden schließlich auch geduldet, und das immerhin am prominentesten Platz der Stadt und zur wichtigsten Zeit des Jahres, der Winterhauchfeier. Es ist doch schön, immer ein Argument parat zu haben.

“Wir werden die Wand rausreißen müssen,” erklärte er mir seinen Plan, “um den Laden geräumig zu machen. Wir sollten wenigstens zwei Kunden gleichzeitig bearbeitet können.”

“Ihr wollt sie rausreißen? Etwa sprengen?” Das wäre vielleicht keine so gute Idee. Der Goblin nickte eifrig, dabei sollte er die möglichen Folgen kennen. “Wir haben vereinbart, dass ich die Fässer mit Feuerwerk bis Ende des Monats hier im Obergeschoss lassen kann, um den Transport nach Sturmwind zu erleichtern. Wenn ihr die Wand sprengt und dabei was schief geht, habt ihr nicht nur hier ein Loch, sondern auch da, da und da.” Ich fuchtelte wild in der Gegend herum, denn es war eigentlich egal, wohin ich zeigte. Wenn das Feuerwerk für die Feier in zwei Wochen auch nur einen Funken abbekäme, müssten die Schwachköpfe nicht nur den Laden sondern das ganze Viertel renovieren.

“Schon gut, schon gut. Wir wollen natürlich auf uns aufmerksam machen, aber so dann auch wieder nicht.” Er zupfte nachdenklich an seinem Kinn herum, als würde das etwas helfen.
Ich musste ihn auf andere Gedanken bringen. “Heuert doch die Arbeiter an, die unseren Umzug vornehmen. Sobald sie damit fertig sind, drückt ihr ihnen Spitzhacken, Schaufeln und ein paar Bier in die Hand, dann geht das fast von alleine.” Ein genialer Plan. Das ganze Lager runter nach Stahlrosts Depot zu schleppen würde sie so müde machen, dass sie sich nur mit halber Kraft durch den Berg hacken könnten. Und ich könnte die Kosten des Umzugs vielleicht noch zu einem Teil auf die Goblins abschieben.

“Hervorragend, hervorragend!” Voller Freude krächzte er mir seine Begeisterung entgegen. “Eisenschmiede wird uns vergöttern! Und ihr bekommt das erste Jahr umsonst – na, sagen wir das erste halbe Jahr. Als Dankeschön, dass ihr gerade zur rechten Zeit hier auszieht.”

“Danke, zu gütig. Aber eigentlich bin ich mit meinen Haaren ganz zufrieden.” Gegen die Massen von Sprengpulver hätten sie bestenfalls mit einer Fackel eine Chance gehabt – eine Behandlung, die ich mir dann doch lieber ersparen wollte.

Ich verabschiedetet mich von der vor Freude taumelnden Gestalt, wobei ich ihn unauffällig in Richtung Ausgang schob. “Wir sehen uns dann nächste Woche zum Umzug.” Ich schloss die Tür zweimal ab, während er bis zum letzten Moment durch sie hindurch zu starren schien, um sich seine neue Geldgrube in Gedanken auszumalen. Dann entfernte ich mich zügig, um den Stadtverwalter noch am selben Tag aufzusuchen.

 

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