Gargravar Barnaby
Geschrieben von Gargravar am 9. Januar 2006 im Forum des Rings des Ilúve
Gargravar gegen den Rest der Welt, oder mit Funny
Vor wenigen Minuten hatte er sich noch von ihr verabschiedet. Jetzt saß er alleine in dem kleinen Haus mitten in Eisenschmiede; dachte nach. Wie sah sie noch gleich aus? Er vermochte sich nicht zu erinnern, dabei hatte er sie sehr lange und intensiv angesehen. Funny war ihr Name gewesen, Funny Lightforge, eine freundliche, nette, lustige, selbständige Frau. Eine eigene Ammunition Company hatte sie aufgestellt, mit eigenen Mitarbeitern; und Jägerin war sie auch, wie er.
In den letzten Stunden hatte er viel erlebt, gelacht, geredet, geschwiegen und Spaß gehabt. Vielleicht sollte er es aufschreiben so gut es noch ging. Aber wer würde es lesen? Wer wollte denn soetwas wissen, wen würde es interessieren? Vielleicht er selbst, wenn ihm dann solche Momente doch einmal entfielen? So vergesslich war er ja dann doch nicht.
Angefangen hatte alles mit der Aufgabe, die sich Lórelia da wieder in den Kopf gesetzt hatte. Aber was sollte er dagegen schon sagen? In die Schlacht sollte es gehen, gegen jemanden, der Goldhain terrorisierte, den er nicht kannte und vielleicht auch nicht kennen wollte. Der Name war ihm entfallen, Artur oder so ähnlich. Nach einer ewigen Warterei in Sturmwind, kaum auszuhalten, hatte sich die Gruppe des Rings endlich etlichen anderen angeschlossen. In Goldhain war – für ihn ganz klar – niemand vorgefunden worden. Wie auch, der riesige Aufzug hätte ja jeden verscheucht, der etwas zu verbergen hatte. Still und heimlich hätte man zuschlagen müssen – aber so? Eigentlich wollte er sich danach nur schnell einen Krug Bier gönnen und von der Bildfläche verschwinden: in die Weiten Winterquells oder in die Pestländer; Arbeit gab es dort immer mehr als genug.
Aber der Zufall wollte es anders. Auf dem obersten Treppenabsatz des Gasthauses preschte jemand an ihm vorbei nach unten. Kurz wahr er verwirrt gewesen, erst auf den zweiten Blick erkannte er die Zwergin, versteckt hinter einer rosaroten Brille. Lustig sah es schon aus wie sie dort stand mit roten Schulterstücken und der Brille.
Sie sah die Welt durch eine Rosarote Brille. Er jetzt etwa auch? Er kannte sie ja nicht einmal genau. Vielleicht hatte sie ja einen Mann? “Keine voreilige Hoffnung machen,” beschloss er.
Sie waren ins Gespräch gekommen. Kurz unterbrochen von Hermes, dem edlen Paladin, an dessen Seite er manchmal kämpfte; schwer musste er es haben und das hörte er auch. Im Endeffekt hatte er ihm dann versprochen, ihn dort beim Lesen gesehen zu haben. Herausbekommen, was geschehen war, hatte er nicht, aber der Paladin schien standhaft.
Während dessen hatte sie versucht, ihr Mechanisches Eichhörnchen schneller zu machen, was wohl nicht klappte. Faszinierend war dieses Eichhörnchen schon irgendwie gewesen.
Das nächste, woran er sich erinnern konnte, war das kleine Rennen zwischen Funny, ihrem Bären Mad, Shari und ihm, wer zuerst in Westfall an der Brücke sein würde. Funny war schnell gewesen auf ihrem Schreiter; sie hatte ihren Bären gehetzt. Der Arme hatte gehechelt ohne Ende. In letzter Zeit war auch Shari langsamer geworden, laut Funny angesetzes Fett, das runter trainiert werden müsse. Danach hatten sie lange in Westfall gesessen, ihren Begleitern zugeschaut, wie sie jagten, geredet, den Mond beobachtet und sich über ihre Künste ausgetauscht.
Sie hatte ihr Gewehr selbst gebaut. Irgendwie beneidete er sie; er hatte seins nur gefunden und nichts daran geändert. Sie hatte sich ein riesengroßes Fernrohr darauf gesetzt und allen möglichen Schnickschnack daran gebaut. Mit seinen Künsten im brauen von Tränken kam er dagegen nicht an… oder doch? Den ganzen Tag nur zu schrauben und zu werkeln, das war nicht sein Ding.
Irgendwann sollte es dann zurück nach Sturmwind gehen – oder nach Eisenschmiede? Sie hatten direkt vor den Toren Sturmwinds kehrt gemacht und beschlossen, einmal nicht die Tiefenbahn zu nutzen. Die Tiere würden den Auslauf genießen und Spaß würden sie auch haben. Als sie die schneebedeckten Berge Dun Moroghs sahen, waren sie ein wenig die Hügel hinunter gerutscht auf ihren Knien; seine Taten immer noch ein wenig weh. Lustig war es gewesen. Sie waren also geritten bis hier hin und hatten sich dann vor dem Auktionshaus verabschiedet.
Und nun? Gargravar beschloss nach längerem Nachdenken, die Geschichte doch nicht niederzuschreiben, legte das Schreibzeug zur Seite und schlief kurze Zeit darauf in seinem Bett ein.

Jorna
13. Juli 2008 · 20:31
Mit dieser Geschichte hat Gargravar einen sehr schönen Rollenspielabend verewigt. Ich hatte das fast vergessen, bis ich durch Zufall im Forum des Rings des Ilúve darauf stieß.
Die Geschichte erinnert mich an eine der schönesten Zeiten mit der ollen Jägerin, nämlich die, als sie gerade ihren ersten Schreiter reiten konnte. Etwa zur selben Zeit starteten auch die Schlachtzüge mit den Hütern der Grundfesten.
Das in der Geschichte beschrieben Event in Goldhain dürfte auch eines der legendärsten dieser Stadt, wenn nicht sogar unseres Realms sein. Ein Kerl, desssen Namen ich wie Gargravar auch nicht mehr weiß (aber ich glaube er hieß Arthorius), beanspruchte seit Wochen Goldhain für sich. Dummerweise hatte das nicht übermäßig viel mit Rollenspiel zu tun, weil er die Stadtwachen, die so eine Aktion sicher nicht dulden würden, schlichtweg ignorierte. Die Idee hatte gewaltige Lücken. Dummerweise war das Event der Allianz nicht wesentlich besser. Sie forderten den Gauner heraus, sich an diesem Abend zu stellen, Rede und Antwort zu stehen und zu beweisen, das er wirklich so toll war wie er vorgab. Wie zu erwarten war, tauchte er nicht auf, so dass das Event letztlich nur aus militärischem Blabla und einer hübschen Parade bestand, bevor es zwischen Duellen und Smilies im Sande verlief.
Berginyis
21. Juli 2008 · 14:50
Warum ist die Exodar eigentlich nicht in Goldhain abgestürzt?